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Zwei Implantate in der ästhetischen Zone, Provisorien am selben Tag.

Mittlerer und seitlicher Schneidezahn, ersetzt über eine zahngetragene Schablone — mit verschraubten Provisorien, deren subgingivales Profil im Labor vor der Operation geformt wurde und nicht danach mit dem Gewebe ausgehandelt.

Positionen
21 · 22
Schablone
Zahngetragen
Vorgehen
Lappenlos
System
MegaGen Blue Diamond
Planung
R2GATE
Belastung
Sofortprovisorien

Der Fall

Der obere linke mittlere und seitliche Schneidezahn — FDI 21 und 22 — fehlten und wurden mit zwei durch eine Schablone gesetzten Implantaten ersetzt, die am Tag der Operation provisorisch versorgt wurden.

Ein ausgeheilter Frontzahnkamm ist auf dem Papier die einfache Version dieses Problems: keine Alveole, aus der Stabilität zu gewinnen wäre, keine Extraktion am selben Tag, kein frischer Knochen, der zu schützen wäre. Was er nicht beseitigt, ist der Teil, der tatsächlich darüber entscheidet, ob der Fall gelingt.

Intraoral view of the anterior maxilla before surgery, showing the edentulous span at 21 and 22
Die Situation vor der Operation: die zahnlose Spanne an 21 und 22 und die stehenden Frontzähne zu beiden Seiten, auf denen die Schablone sitzen wird.

Warum die ästhetische Zone das Problem verändert

Überall sonst auf dieser Website ist das Argument für die Planung Tiefe, Winkel und verfügbarer Knochen. Hier ist es anders. Der Knochen entscheidet, ob das Implantat überlebt; das Emergenzprofil entscheidet, ob es jemand glaubt.

Und genau deshalb ist das interessanteste Objekt in diesem Fall nicht die Schablone. Es ist das Paar verschraubter provisorischer Kronen auf Titanbasen, außerhalb des Mundes fotografiert, mit dem bereits im Labor geformten subgingivalen Profil. Sie wurden vor der Operation gefertigt, aus derselben Planung, aus der die Schablone stammte. So wurde dem Gewebe nie erlaubt, in eine Form einzuheilen, die später korrigiert werden müsste; es heilte zu dem Profil, das die definitive Versorgung verlangen würde.

Das ist dasselbe Prinzip wie beim patientenindividuellen Gingivaformer in
Fall 01, einen Schritt weitergeführt — hier ist die formgebende Komponente der provisorische Zahn selbst.

Die Evidenz stützt das eng und ehrlich: Studien zu patientenindividuellen gegenüber konfektionierten Komponenten bei der Implantation berichten eine bessere Erhaltung von Weichgewebevolumen und Papillenhöhe und höhere Pink Esthetic Scores, ohne Unterschied im marginalen Knochenniveau. Es ist ein Weichgewebeargument, und in der ästhetischen Zone ist das Weichgewebe das Ergebnis.

Two screw-retained provisional crowns on titanium bases, photographed off the mouth
Die beiden Provisorien auf Titanbasen, vor der Operation. Die subgingivale Kontur ist im Voraus geleistete Laborarbeit — keine Form, die mit dem Gewebe ausgehandelt wird, wenn die Heilung bereits begonnen hat.

Warum diese Schablone

Eine zahngetragene Schablone. In der Oberkieferfront sind die Nachbarzähne starr, sie können nicht komprimieren, und sie stehen unmittelbar beiderseits der beiden Positionen — was sie nahezu zu einer idealen Referenz macht. Die Schablone trägt beide Hülsen und offene Sichtfenster, sodass der Sitz visuell bestätigt und nicht angenommen wird.

Die Operation war lappenlos: Die Osteotomien wurden vorbereitet und die Implantate durch die Schablone gesetzt, ohne in der ästhetischen Zone Gewebe abzuheben oder aufzuklappen, wo die Papillen der Teil des Ergebnisses sind, den niemand nachträglich wiederaufbauen kann.

Die gedruckte zahngetragene Schablone mit zwei Führungshülsen und Sichtfenstern
Die Schablone wie gedruckt: zwei Hülsen, okklusale Auflagen und offene Fenster über den Stützzähnen.
Die Schablone im Mund aufgesetzt, okklusale Ansicht, beide Hülsen über dem Kieferkamm
Im Mund aufgesetzt. Der Sitz wird durch die Fenster geprüft, bevor der erste Bohrer in eine Hülse eintritt.

System und Software

PositionZahnImplantatreferenzDurchmesserLänge
21Mittlerer SchneidezahnARO3711Ø 3.7 mm11 mm
22Seitlicher SchneidezahnARO3310Ø 3.3 mm10 mm
Planungsansicht für Position 21 mit der Implantatposition in den CBCT-Schichten und im Oberflächenscan
Position 21, in derselben Ansicht gegen das Volumen und den Oberflächenscan geprüft.
Planungsansicht für Position 22 mit der Implantatposition in den CBCT-Schichten und im Oberflächenscan
Position 22. Beide Positionen wurden vor der Fertigung geprüft und freigegeben.

Ergebnis

PositionEindrehmomentISQ
2171 Ncm91
2265 Ncm85
Occlusal view of the two screw-retained provisionals seated at 21 and 22 with the screw access channels visible
Die Provisorien am Tag der Operation eingegliedert, der Schraubenzugang ist sichtbar. Von hier an heilt das Gewebe gegen die Form, die die definitive Versorgung verlangen wird.
Frontal intraoral view of the restored anterior segment at 21 and 22
Das versorgte Frontzahnsegment. Gleichmäßige gingivale Architektur über den beiden Implantatpositionen und den natürlichen Zähnen daneben.

In einem Satz

Zwei Frontzahnimplantate, lappenlos über eine zahngetragene Schablone gesetzt und am selben Tag belastet — mit einem Emergenzprofil, das zuvor im Labor festgelegt wurde, denn in der ästhetischen Zone ist das Weichgewebe das Ergebnis.